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Vom Steckling zur Zimmerpflanze: So einfach lassen sich grüne Mitbewohner vermehren
Freude verdoppelt sich, wenn man sie teilt – das gilt auch für Zimmerpflanzen. Vor allem gesunde und kräftige Pflanzen wecken oft den Wunsch, das eigene Pflanzenglück zu vermehren. Hierfür gibt es verschiedene Methoden. Während manche Arten, wie die Pilea Peperomioides, sogenannte Kindel oder Nebentriebe bilden, die anschließend direkt eingepflanzt werden, wird bei anderen der Wurzelballen in mehrere Pflanzen geteilt. Besonders unkompliziert ist jedoch die Vermehrung über Stecklinge. Mit nur wenigen Handgriffen und etwas Zeit entstehen aus einer Pflanze gleich mehrere neue grüne Mitbewohner. Lechuza zeigt am Beispiel der Efeutute, wie es funktioniert.
Schritt 1: Stecklinge richtig schneiden
Bei der Vermehrung über Stecklinge wird ein Teil eines Triebs zwischen zwei Blattknoten, sogenannten Nodien, abgeschnitten. Aus einem längeren Trieb können somit auch mehrere Stecklinge entstehen, die gemeinsam dann eine neue Pflanze bilden (siehe unten).
Es sollte immer mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Gartenschere geschnitten werden. Schmutz kann die Schnittstelle verunreinigen und stumpfe Klingen den Trieb quetschen. Beides hindert den Trieb daran, neue Wurzeln zu bilden.
Auch der Zeitpunkt des Schnitts spielt eine Rolle: Frühjahr und Frühsommer sind ideal, um Pflanzen zu vermehren. Hier ist ihr Wachstum stärker als im Winter, und sie können ihre ganze Kraft direkt in neue Wurzeln stecken.
Schritt 2: Ins Wasser stellen und wurzeln lassen
Am besten werden die abgeschnittenen Triebe in einer kleinen Glasvase an einem hellen Standort platziert. So bekommen sie genug Licht und sehen als kleines Arrangement gleichzeitig dekorativ aus. Mindestens eine Nodie muss dabei im Wasser stehen – hier wächst dann eine neue Wurzel. Jetzt ist etwas Geduld gefragt: Bis die frisch geschnittenen Stecklinge neue Wurzeln im Wasser gebildet haben, kann es ein paar Wochen dauern. Das Wasser muss regelmäßig gewechselt werden, um Fäulnis zu vermeiden und die Nährstoffversorgung aufrecht zu halten. Bilden sich an den Trieben keine Bläschen mehr, ist es Zeit für frisches Wasser.
Übrigens: In einem Glas zusammen mit anderen Stecklingen können Efeututen dafür sorgen, dass sie schneller Wurzeln. Verantwortlich dafür ist ein besonderes Wachstumshormon, das die Efeutute über das Wasser an andere Pflanzen abgibt.
Schritt 3: Eintopfen
Sobald die Stecklinge auf eigenen Wurzeln stehen können, können sie in ein Gefäß gesetzt werden. Dazu sollten die Wurzeln mindestens fünf Zentimeter lang sein. Am besten werden mehrere Stecklinge zusammen in ein Gefäß eingepflanzt, so entsteht von Beginn an eine buschige Pflanze.
Staunässe und zu dichte Erde sollten in der ersten Zeit unbedingt vermieden werden. Ideal eignet sich daher ein Pflanzgefäß mit Bewässerungssystem, zum Beispiel Classico Color 12 von Lechuza in Kombination mit dem mineralischen Pflanzsubstrat Lechuza-Pon. Während der Einwachsphase werden die Stecklinge zunächst von oben gegossen, bevor sich die neue Pflanze später selbstständig genau das Wasser aus dem Reservoir holt, das sie benötigt. Die lockere Struktur des Substrats verhindert Verdichtung und Staunässe, fördert Belüftung und ermöglicht kräftiges Wachstum.
Neben einer neuen Pflanze besteht auch die Möglichkeit, eine bestehende Pflanze mit den Stecklingen buschiger zu machen. Dazu werden die bewurzelten Stecklinge einfach in den Topf der Mutterpflanze eingepflanzt.
Schritt 4: Eine schöne große Pflanze!
Das Ergebnis der Vermehrungsaktion mit Stecklingen ist eine neue Pflanze, der man beim Wachsen zuschauen kann und die Freude bringt. Die Efeutute ist eine der am einfachsten zu vermehrenden Pflanzen. Aber auch viele andere Zimmerpflanzen lassen sich über die Stecklingsmethode vermehren. Dazu zählen Monstera-Arten, Ficus-Arten, Geldbaum, Zebrakraut oder Echeveria. Je nach Pflanzenart kann es kürzer oder länger dauern, bis ein Steckling neue Wurzeln gebildet hat.
Neue Pflanzen, langanhaltende Freude
Die Vermehrung über Stecklinge ist eine einfache Möglichkeit, den eigenen Pflanzenbestand zu erweitern. Mit etwas Geduld entstehen aus wenigen Trieben gesunde neue Pflanzen, die das eigene Zuhause bereichern oder Freunden und Familie eine Freude bereiten.
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